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Artikel "Private Equity"

Privates Eigenkapital

Als Private Equity bezeichnet man überwiegend die Bereitstellung von Eigenkapital an nicht börsennotierte etablierte Unternehmen. Eine stabile Eigenkapitalausstattung kann unternehmerische Handlungsspielräume vergrößern, im umgekehrten Fall der Unterversorgung mit Eigenkapital könnte sie allerdings auch zu einer existenzentscheidenden Frage werden. Oftmals beträgt die Eigenkapitaldecke mittelständischer Unternehmen weniger als 20 Prozent. Zur Umsetzung neuartiger Entwicklungsstrategien reicht diese eher dünne Kapitaldecke nicht und deshalb ist "frisches" Kapital notwendig.

Neben der Einzahlung des Stamm- oder Grundkapitals durch die Firmengründer existieren vielfältige Finanzierungsformen und -gründe. Im Gegensatz zum Private Equity, bei dem eine Eigenkapital- oder eigenkapitalähnliche außerbörsliche Finanzierung verwendet wird, steht die Fremdkapitalfinanzierung und die Beschaffung von Eigenkapital mittels Public Equity, das heißt börsengehandelte Aktien.

Wenn man nach der Definition der European Venture Capital and Private Equity Association (EVCA) geht ist Private Equity der Oberbegriff, der den gesamten Markt für privates Beteiligungskapital umfasst. Die Geldgeber sind institutionelle Investoren, beispielsweise Pensionskassen, Banken, Versicherungen und wohlhabende Privatleute. Entweder beteiligen sie sich direkt an den Unternehmen, oder ihr Geld wird Fonds zur Verfügung gestellt, die es dann anschließend in Firmenanteile investieren.

Worum geht es?

Private Equity scheint im Trend zu liegen, denn die Investitionen in diesem Bereich haben in den letzten Jahren vor allem in Europa stark zugelegt. Vieles spricht dafür, dass dies auch in Zukunft so sein wird. Einige der Gründe dafür sind stagnierende Volkswirtschaften und Nachfolgeprobleme bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Unternehmerische Handlungsspielräume werden durch eine solide Eigenkapitalausstattung vergrößert und diese finanziert zudem auch innovative Entwicklungsstrategien.
In den USA und in Großbritannien entstanden in den siebziger Jahren die ersten Private-Equity-Fonds, seit Mitte der neunziger Jahre sind sie auch hier in Deutschland aktiv. Ihr Ziel ist die Übernahme, der Umbau und Wiederverkauf von Unternehmen durch den Einsatz von Eigenkapital (> Equity). Die gekauften Unternehmen werden entweder für eine gewisse Zeit von der Börse genommen oder sie sind dort noch gar nicht notiert worden (> Private). Finanzinvestoren haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als 40 Milliarden Euro in Deutschland investiert; in diesem Jahr sollen es sogar 200 Milliarden Euro sein.
Private Equity ist riskant, denn das Scheitern gehört zum Geschäft. Im Erfolgsfall locken dafür allerdings auch Renditen von jährlich 15 bis 40 Prozent. Des weiteren gehört zu Private Equity auch die Finanzierung von jungen Unternehmen mit Risikokapital/ Venture Capital.

Kritikpunkt

Oftmals werden Private-Equity-Gesellschaften kritisiert, da ihr einziges Ziel die Gewinnoptimierung ist. Moralische Beweggründe wie beispielsweise die Erhaltung oder Schaffung von Arbeitsplätzen treten zugunsten der möglichst hohen Renditen in den Hintergrund.
Private-Equity-Gesellschaften sind aber meist die einzig verfügbaren Kapitalgeber, erst recht bei Venture Capital (Risikokapital). Wirtschaftswissenschaftler sehen zudem bei vielen Leveraged Buy-Outs (fremdfinanzierten Übernahmen) den positiven Aspekt, dass ein Unternehmen innerhalb kürzester Zeit umgebaut und für den Wettbewerb fit gemacht werden kann. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn das Unternehmen seinen Umbau aus eigener Kraft nicht über die Börse finanzieren kann und die Banken die dafür notwendigen Kredite verweigert haben. In Deutschland hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass Private-Equity-Gesellschaften nicht nur den Erfolg und den Wert ihrer Portfoliounternehmen steigern, sondern oftmals auch langfristig gesehen Arbeitsplätze sichern können.

Formen von Private Equity und Gründe für den Einsatz

Private Equity/Privates Beteiligungskapital kann im Allgemeinen in die Bereiche Risikokapital (Venture Capital), Mezzanine Finanzierungen und Buy-Out unterteilt werden.

Venture Capital / Risikokapital

Ein großer Teilbereich des Private-Equity-Marktes ist das Venture-Capital. Dies wird in erster Linie zur Finanzierung junger Technologiefirmen eingesetzt. Die zur Finanzierung notwendigen Mittel können in der Gründungsphase oftmals nicht durch das private Vermögen der Gründer aufgebracht werden und Kreditinstitute vergeben meist keine Darlehen an junge Unternehmen, da Sicherheiten fehlen. Die so genannten Business Angels, meist vermögende Privatpersonen, sind oftmals in der Lage, neben dem benötigten Eigenkapital auch spezielles Branchen- und Führungswissen und ihr Netzwerk zur Verfügung zu stellen.
Im Lebenszyklus eines Unternehmens kann man nach dem Zeitpunkt der Investition zwischen seed finance („Saatphase“), early stage finance („Frühphase“) und growth finance („Wachstumsphase“) unterscheiden.

Seed Finance

Um ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Marktreife führen zu können, werden die finanziellen Mittel in dieser frühen Phase in der Regel für die Forschung und die Entwicklung der Produkte benötigt. Üblicher Weise ist diese Phase durch ein sehr hohes Risiko gekennzeichnet, da noch kein fertiges Produkt vorliegt und der mögliche kommerzielle Erfolg in diesem Stadium nur sehr schwer einzuschätzen ist. Zu diesem Zeitpunkt wird der Kapitalgeber eine dementsprechend höhere Beteiligungsquote beanspruchen als in einer späteren Entwicklungsphase, weil der Einkauf in das Unternehmen zu einem niedrigen Preis bei hohem Risiko erfolgt.

Early Stage Finance

Die Produktentwicklung des Unternehmens ist in dieser Phase weitgehend abgeschlossen. Nun wird Kapital für Tests, Studien, Marketingaktivitäten sowie den Aufbau von Produktionskapazitäten benötigt, um eine erfolgreiche Markteinführung zu gewährleisten. Das Risiko für den Kapitalgeber ist in dieser Phase schon weitaus geringer als in der ersten, weil die Funktionalität schon demonstrierbar ist. Der kommerzielle Erfolg ist allerdings auch in dieser Phase schwer schätzbar.

Growth Finance

Mit dem entwickelten Produkt ist das junge Unternehmen nun marktreif und erzielt erste Umsätze aus dem Verkauf von Produkten. Der kommerzielle Erfolg ist mittlerweile sichtbar und man benötigt weiteres Kapital für den Ausbau der Produktions- und Vertriebskapazitäten. In dieser Phase ist das Risiko für den Kapitalgeber weitaus geringer als bei den vorhergehenden Phasen, so dass er sich nur relativ teuer in das Unternehmen einkaufen kann.

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